John and Jane Doe

Am Anfang dieses Projekts stand ein eigentlich recht banales Problem: Das Persönlichkeitsrecht. Es übertrumpft gewöhnlich das Urheberrecht des Fotografen
und macht die Veröffentlichung so mancher Fotos zu einem rechtlich fragwürdigen Unterfangen. Eines der berühmtesten Beispiele ist das küssende Paar von Robert Doisneau: In Paris aufgenommen und im Life Magazin veröffentlicht, glaubten sich mehrere Menschen auf dem Foto zu erkennen – und verklagten Doisneau auf Schadenersatz. Allerdings konnte er vor Gericht nachweisen, dass das Bild mit Schauspielstudenten inszeniert worden war, die auch dafür bezahlt wurden.

 

Aus diesem Grundproblem entwickelte sich für mich seit 2004 das Gedankenkonstrukt zum Projekt John and Jane Doe. Die Menschen ihres Persönlichkeitsrechts zu berauben, bedeutete das nicht auch, sie ihrer Persönlichkeit zu berauben? Ergebnis ist eine laufende Serie von Unidentifizierten, von Namenlosen, von Subjekten, die zum Objekt degradiert werden – kurz: die Serie John and Jane Doe.

 

Wem diese Namen nun ad hoc nichts sagen, der möge sich den einen oder anderen US-amerikanischen Kriminalfilm zu Gemüte führen. Denn in den USA werden sie jenen Personen (tot oder lebendig) verliehen, für die keinerlei Identitätsnachweis gefunden werden kann. Sie sind die Unbekannten des Systems.

 

 

Projektdaten

Entstehungsjahr:

Status:

 

2004-heute

Laufend

 

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